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Kolumne

Da berühren sich Himmel und Erde
von Debora Feldmann

Wann haben sich in Ihrem Leben zum letzten Mal der Himmel und die Erde berührt? Wir haben Definitionen, Vorstellungen und Erwartungen wie es ist oder sein sollte, wenn sich Himmel und Erde berühren. Könnte es sein, dass wir vor lauter Vorstellungen und Erwartungen die vielen Berührungen, die tagtäglich geschehen, nicht mehr wahrnehmen können? Dass Himmel und Erde sich berühren, ist nicht die Ausnahme, nicht der eine spezielle Moment in unserem Leben, den wir in Erwartung an etwas ganz Grosses herbei sehnen. Die Berührungen spielen sich in allen Schattierungen und Stufen ab. Es liegt an uns, ob wir 90% dieser Berührungen nicht empfinden können oder wollen, weil sie unter unserer Wahrnehmungsschwelle liegen oder nicht unserem Bild einer solchen Berührung entsprechen. Die Frage ist nicht die, ob und wie oft sich Himmel und Erde berühren, die Frage ist die, ob wir achtsam und auch mutig genug sind, diese Berührungen wahrzunehmen und in ihnen zu verweilen. Sicher gibt es jene Art von Berührung, die einen jubeln lassen und uns mit Freude erfüllen. Die Berührung kann aber auch leise sein, wenn ich einen Moment der Stille erlebe oder im Vorbeigehen die Schönheit der Natur wahrnehme. Himmel und Erde berühren sich aber auch, wenn ich mutig bin genau hinschauen. Nicht bei den anderen, sondern bei mir. Wenn ich mein Handeln ehrlich hinterfrage, mich dafür nicht verurteile sondern aushalte und offen bin zu erfahren, was die Berührung von Himmel und Erde mit mir in einem solchen Moment machen kann. Gönnen Sie sich die Berührung von Himmel und Erde, es lohnt sich.

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