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Kolumne

«Grüssen, bitten und danken...»
von Christian Buschan

…sind Kulturleistungen. Das Lukasevangelium Bringt es auf den Punkt: «Denn als der Klang deines Grusses an Mein Ohr drang, da hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib» (Lk 1,44). Was hüpft in uns, wenn wir gegrüsst werden oder jemanden grüssen? Sehen Sie sich um: Jede/r für sich, hartnäckig aufs Handy oder zu Boden starrend. Bloss niemandem freundlich ins Gesicht schauen, geschweige denn Fremde grüssen!

Aus Erkenntnis, dass ich letztlich nichts bin ohne die vielen anderen. Erziehung zur Leistungsgesellschaft heisst: Schau für Dich, sei nur Du selbst, setzt Dich durch. Andere sind Störfaktoren, Konkurrenten, Feinde. Ignoriere, verachte oder hasse sie. Damit Du selber im Mittelpunkt Stehst und Dein blödes Selfie machen kannst. Wo bleiben da mitfühlende Nächstenliebe, Nachgeben können, Dienen, Opfern zugunsten Schwächerer? Matthäus sagt: Ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich hineinkommen (Mt18,3).

Entwicklungspsychologen empfehlen die Befreiung und Heilung des inneren Kindes in uns allen. Nicht kindisch wie manche Erwachsene sollen wir sein. Sondern so neugierig, kontaktfreudig, staunend, spirituell und frohgemut wie es Kinder von Natur aussind. Kindern können wir keine Vorwürfe machen. Reduziertes Sozialverhalten haben sie Erziehungsberechtigten abgeschaut. Oder wir liessen zu, dass sie sich steinzeitlichen Vorbildern zuneigten. Erinnern wir uns an das, was Bibel und Kultur unter Anstand, Comment oder Benimm verstehen. Und geloben wir vor uns selbst und vor Gott Besserung. So, wie der Psalmist sagt: Bringe Gott Dank als Opfer dar und erfülle dem Höchsten deine Gelübde (Ps 50,44).

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