Kolumne

Durchhalten
von Michael Goldberg

Während ich diese Zeilen schreibe, beflügelt noch vom Anfang des neuen Jahres, frage ich mich, wie viel von dem Eifer für das neue Jahr und welche der guten und dieses Jahr wirklich umsetzbaren Vorsätze bis zur Herausgabe dieser Kolumne noch vorhanden sein werden. Konnte ich meinen Sportplan einhalten? Wie steht es um den Fleischkonsum? Schreibe ich noch Tagebuch? Womöglich habe ich mittlerweile mehr Zeit damit verbracht, Videos zu schauen, die mir beim Antrainieren guter Gewohnheiten helfen sollen, anstatt aktiv zu werden. So geht das beinahe jedes Jahr, die Hoffnungen, die mich über den Jahreswechsel in Euphorie geraten lassen, werden in der Kälte des Januars auf Eis gelegt. Der Geist ist willig, aber das Fleisch … ich esse nun mal gerne Fleisch!
Das Wort wird Fleisch. Noch vor wenigen Wochen feierten wir die Geburt Jesu. Gott wird Mensch und kommt in unsere Welt, um sie zu erlösen. Hirten und Weisen machen sich auf, die gute Botschaft zu verkünden, nachdem sie das Kind in der Krippe gesehen haben. Aber, er ist noch ein Kind. Bis er sich aufmacht, das kommende Reich Gottes zu verkünden, bis er Menschen heilt und ihnen Hoffnung schenkt, vergeht noch eine ganze Weile.
Vielleicht brauchen auch meine guten Vorsätze etwas Zeit. Vielleicht muss ich weniger darauf bestrebt sein, das Gute selbst hervorzubringen und darf mehr auf Gott vertrauen. Er wirkt das Gute in seiner Geschichte mit uns Menschen. Eine Geschichte, die selten in geraden Linien verläuft. «Die aber, die auf den HERRN hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Schwingen» Jes 40,31.