Kolumne

Es muss reichen
von Andreas Bosshard

Ich schreibe diesen Text, nachdem an den beiden vorangegangenen Wochenenden 31 junge Menschen in unserer Kirchgemeinde konfirmiert worden sind. Das erste Mal, seit ich in Bubikon wirke, hat das Konfjahr volle zwölf Monate gedauert. Und dennoch war es die Gruppe, mit der wir am wenigsten Zeit verbringen konnten. Verschiedene Konfabende, Praktikas und besonders das Konflager sind dieses Jahr ausgefallen. Gerne hätte ich mit den jungen Erwachsenen mehr über ihren Glauben gesprochen, ihnen Gelegenheit gegeben in unterschiedlicher Weise Gott zu suchen oder einfach ihre Fragen auszusprechen.
Umso mehr habe ich mich bei der Vorbereitung gefragt, was ich ihnen anlässlich der Konfirmation mitgeben soll. Wenn die Konfirmanden nur einen einzigen Gedanken aus dem Konfjahr mitnehmen können, was soll es sein? Wie jedes Jahr haben wir auch dieses Mal ein Geschenk für die jungen Menschen vorbereitet. Eine edle Trinkflasche, in der kaltes kalt und heisses warm bleibt. Und auf dieser Flasche steht eingraviert ein Satz des Propheten Jesaja in hebräischer und deutscher Sprache: «Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!» (Jesaja 41, 10)
Manchmal hat man das Gefühl, dass das, was man weitergibt, nicht genug ist. So geht es mir im Rückblick auf das vergangene Konfjahr. Ich sehe verpasste Chancen und alles, was zu kurz gekommen ist. Trotzdem bin ich dankbar für die Stunden, die wir mit den Jugendlichen verbringen durften und dafür, was sie mitnehmen. Auch wenn ich denke, es sei zu wenig, vertraue ich doch darauf, dass Gott dafür sorgt, dass es reicht.