Kolumne

Synonyme des Glaubens
von Andreas Bosshard

Zu glauben, oder zumindest öffentlich zum eigenen Glauben zu stehen, bereitet vielen Mühe. Wer sagt, dass sie oder er an einen allmächtigen Gott glaubt – oder auch nur an das Gute im Menschen – steht rasch im Verdacht, naiv zu sein. Und naiv sein möchte niemand. Kürzlich habe ich im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung gesagt: «Wir hoffen darauf, dass...». Im Anschluss kam jemand auf mich zu und hat gefragt: «Hoffen wir nur? Glauben wir nicht viel eher?»

Die Frage ist berechtigt. Es besteht doch ein Unterschied zwischen einer vagen Hoffnung und einem festen Glauben, der trägt. Und doch bin ich der Meinung, dass das Wort Glaube eine Vielzahl von Synonymen in sich trägt. Allein der Duden listet verschiedene Bedeutungsaspekte auf: für möglich halten, annehmen, meinen, für wahr halten, gefühlsmässig von etwas überzeugt sein, sich etwas anvertrauen u.s.w.

Im christlichen Sinn hat glauben in erster Linie damit zu tun, in irgendeiner Weise den Kontakt zu Gott zu suchen. Alles was auf Gott hin ausgerichtet ist, ist eine Handlung des Glaubens. Und so gehören neben beten, Bibel lesen oder einen Gottesdienst besuchen eben auch Tätigkeiten wie zweifeln oder auf Gott wütend zu sein zum Glauben dazu. Vielleicht ürde es vielen leichter fallen über den Glauben zu reden, wenn sie den ganzen Bedeutungsumfang des Wortes mitdenken. Jede Form des Glaubens ist wertvoll, weil man sich Gott zuwendet und von ihm Antworten bekommen kann. Glauben – auch in kritischer Weise– kann intensive Gotteserlebnisse ermöglichen. Sei es ein Glaube, der vertraut, einer der hofft oder auch einer, der mit Gott ringt.


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